Wacken Stories: Andreas Stein

10. Oktober 2018



In fast 30 Jahren W:O:A kommt einiges an Geschichten zusammen – ob abgefahren, herzerwärmend, hintergründig oder einfach lustig. Diese Geschichten haben wir gesammelt und dazu mit den Leuten gesprochen, die auf oder neben dem „Wacken Holy Ground“ leben, arbeiten und feiern. Ihre Erlebnisse zeigen den besonderen Geist des Festivals, deshalb viel Spaß mit besonderen Anekdoten, die es nicht überall gibt: Hier sind die „Wacken Stories“!Andreas „Stoney“ Stein (Band Host, Metal-Urgestein, Gelegenheits-Achtzehnjähriger)
„Künstler sind auch nur Menschen“

Vielleicht hätten Kreator nie ihren Plattenvertrag bekommen, wenn er nicht das Demo rausgeschickt hätte. Mittlerweile bereist er als Merchandiser mit etlichen Bands die Welt: Wenn jemand als Szene-Urgestein bezeichnet werden kann, dann Andreas „Stoney“ Stein. Doch bei aller Professionalität ist er nach über 30 Jahren im Geschäft im Herzen immer ein echter Fan geblieben.

„Ich war zum ersten Mal 1992 in Wacken, da haben Saxon und Blind Guardian gespielt. Ein paar Kumpels vom Heavy Metal-Fanclub Velbert-Altenessen haben mich mitgenommen. Kurz danach bin ich mit Bands wie Gamma Ray oder Kreator zum Festival gekommen. Wenn ich recht überlege, hatte ich seitdem eigentlich jedes Jahr beruflich beim W:O:A zu tun. Irgendwann hat es sich ergeben, dass ich vor Ort das Festivalmerch verkauft habe: Schals, Ortsschilder, Bandshirts, all sowas. Das passierte aus zwei einfachen Bretterbuden, wie man sie von Weihnachtsmärkten kennt. Lang, lang ist’s her. Als nächster Schritt kam ein LKW-Anhänger mit 18 Metern, den man an der Seite komplett öffnen konnte. Danach haben wir dann mehrere Stände auf dem Gelände verteilt, wie es heutzutage bei Veranstaltungen dieser Größenordnung natürlich üblich ist. 2004 bin ich zur Artist Production gewechselt und gehöre als Band Host zum Team dazu. Da übernehme ich die gleichen Aufgaben wie mein Kollege Völle.

Dass Künstler und ihre Crew auch ‚nur‘ Menschen sind, habe ich auf Tour schon früh begriffen. Es sind in der Regel ganz normale Typen, denen du mit Kleinigkeiten eine Freude bereiten kannst. Iron Maiden sind so ein Fall: Als die 2016 hier zu Gast waren, haben sie gefragt, ob sie vorher eine Runde Fußball spielen können. Sowas machen wir natürlich gerne möglich, und gegen Maiden wollte selbstverständlich jeder von der Wacken-Crew gerne auflaufen. Das Problem lag allerdings darin, dass das Festival zu dem Zeitpunkt schon lief und jeder von uns logischerweise arbeiten musste. Letztendlich ist dann der FC Wacken angetreten. Weil zum Fußball eine ordentliche Bratwurst gehört, haben wir bei unserem örtlichen Metzger eingekauft, Pavillons aufgebaut, alles ein bisschen schön dekoriert, und ich wurde an den Grill abkommandiert. Nach dem Spiel kamen alle vorbei, auch Maiden-Chef Steve Harris hat sich brav angestellt. Der Fleischer hatte uns noch ein paar richtig tolle Spezialitäten eingepackt, die ich ihm auflegen wollte. Doch Steve hatte so einen Hunger, dass er meinte, ihm käme eine herkömmliche Wurst gerade recht und dass ich die guten Sachen ruhig anderen geben solle. Da wirst du auch mal wieder ganz kurz zum Teenager, wenn da auf einmal eine deiner persönlichen Metal-Legenden vor dir steht und sich als total normaler und absolut cooler Typ entpuppt.“

Stoneys Wunsch für das 30. W:O:A, wenn alles möglich wäre:
„Type O Negative. Die vermisse ich wirklich sehr.“

Text: Tom Küppers

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